Der Arzt Oscar Tybring hatte schon seit Jahren über die Gründung einer norwegischen Rettungsbootvereinigung nachgedacht. 1887 bat er den Schiffskonstruckteur Colin Archer um Unterstützung. Bis dahin waren die meisten Leute davon überzeugt, daß sich die norwegische Küste nicht zum Einsatz von Rettungsbooten eigne. Zwar teilte auch Archer diese Meinung, da aber der größte Teil der Schiffe, und vor allem die Fischerboote, auf offener See und nicht an der Küste Schiffbruch erlitten, sagte er dem Arzt Hilfe zu.

Im Jahr 1891 hatten sie genug Geld gesammelt, um den "Norsk Selskab til Skibbrudnes Redning" zu gründen. Die Schiffe dieses Vereins sollte die Fischerboote auf die See hinausbegleiten. Schon ein Jahr später baute Colin Archer das erste Rettungsboot nach seinen eigenen EntwürfUnter Decken. Das Ergebnis war ein als Ketsch getakelter schmalendiger Doppelender, ein sogenanntes Spitzgattschiff, mit durchgehendem Deck. Er war ca. 14m lang, ca. 4,5m breit, hatte einen Tiefgang von ca. 2m und trug ca. 75m² Segel. Auf dem unteren Deck befanden sich drei wasserdichte Abteilungen, die durch Luken verbunden waren. Die mittlere Abteilung war die Kabine mit zwei Kojen, Couchen, Schränken und anderen notwendigen Einrichtungen. Auch in den anderen beiden Abteilungen befanden sich Kojen. Die Kanzel war mit wasserdichten Schotten und einem Abfluss ausgestattet.

Das Schiff kostete 10.903,43 norwegische Kronen; das Bier für die Arbeiter eingerechnet. Colin Archer smallDer Stapellauf fand im August 1892 auf der Werft von Colin Archer in Reekevik bei Larvik statt. Dieser erste Rettungskutter wurde nach seinem Konstrukteur "Colin Archer RS-1" benannt. Der stolze Skipper Nicolay Anthonisen war hochzufrieden mit dem Schiff und hob seine Seetüchtigkeit, Manövrierfähigkeit und Segelkapazität hervor. Die Tatsache das noch 35 weitere dieser Schiffe gebaut wurden beweist, daß er nicht übertrieben hat.

Nach 40 Jahren Dienst wurde das Schiff 1933 verkauft. Sie hatte insgesamt 67 Schiffe und 237 Seeleute sicher an Land gebracht und 1.522 Schiffen Hilfe geleistet. Die neuen Eigner bauten einen Hilfsmotor ein und Überquerten 1938 mit Ihr den Atlantik. Im Oktober 1954 wurde das Schiff im Sturm vor North Carolina schwer beschäigt und im Dezember 1960 als Wrack am Potomac River entdeckt. Im Dezember 1961 wurde "Colin Archer RS-1" als Deckslast auf dem Frachter "M/S Tasco" zurück nach Norwegen gebracht und durch verschiedene Eigner wieder in einen brauchbaren Zustand versetzt. Sie wurde dann am 21.4.1972 als ältester norwegischer Rettungskutter an das Norwegische Seefahrtsmuseum in Oslo übergeben und ab 1973 durch den "Segelkutterclub Colin Archer" entgültig restauriert.

Heute segelt das Schiff unter den Farben des norwegischen Seemuseums und des Vereins "Sailing Ship Colin Archer". Es würde Colin Archer gefallen, wenn er wüßte, daß sein Schiff immer noch, nach über hundert Jahren, erfolgreich in Fahrt ist und viele Menschen erfreut.


1903 baute Colin Archer Portrett av Colin Archersein letztes Rettungsboot, das 1965 seine letzte Reise machte. Als Colin Archer am 3. Februar 1921 starb war er 89 Jahre alt. Er hat über 200 Schiffe (70 Yachten, 60 Lotsenboote, 14 Seenotrettungskreuzer und 72 andere Schiffe) gebaut - jedes einzelne ein Juwel der Schiffsarchitektur.

Colin Archer verbrachte viel Zeit damit die verschiedensten Schiffe zu bauen, doch wurde er nie seinem Prinzip untreu, daß Sicherheit und Stabilität die wichtigsten Anliegen beim Schiffsbau sind. So konnten die Käufer wohl um den Preis, nie aber um die Sicherheit handeln. Daß viele seiner Schiffe auch heute noch gesegelt werden, beweist die Richtigkeit seiner Lehre!

Kiellegung am 26.05.2019

Cilin Archer 23

Das Spantengerüst ist aufgestellt und das Stevenrohr eingesetzt

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Da ich vorhabe die gesamte RC Technik schon vor dem Beplanken im Rumpf zu haben sind im Bug zwei Windforce 1006MG Segelwinden eingebaut. Mit einer Stellkraft von 105 Ncm sind die beiden mehr als Ausreichend für die Bedienung von Fock und Klüver. Das Groß wird durch eine über dem Motor eingebaute Windforce 1406MG gesteuert. Die kann eine Stellkraft von 142 Ncm aufbringen.

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Die Beplankung des Rumpfes geht (wenn auch langsam) voran und ich verteile schon jetzt 6kg Blei im Kiel, weil ich da später nie wieder ran komme. Das Blei vergieße ich mit Epoxi, was den angenehmen Efekt hat das jetzt schon mal der Rumpf abgedichtet und verstärkt wird. Ich habe mich für 2mm vernickelte Bleikugeln aus dem Taucherbedarf entschieden. Kosten in der "Elektrischen Bucht" um die 10€/kg.

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Zwischendurch besucht schon mal der Steuermann die Baustelle und geht probeweise an Bord. icon wink

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