Seenotrettungskreuzer Adolph Bermpohl

Der Vegesacker Navigationslehrer Adolph Bermpohl (1833-1887) rief 1860, nach der Strandung der Brigg "Alliance" vor Borkum, zur Gründung eines nationalen Rettungswerkes auf. Seine Artikel in verschiedenen norddeutschen Zeitungen führten schließlich zur Bildung des "Bremischen Vereins zur Rettung Schiffbrüchiger" im Jahr 1863. Bermpohl gilt als einer der Wegbereiter der DGzRS, der ganz entscheidend zur Gründung des Rettungswerkes am 29. Mai 1865 beigetragen hat. 1965, anlässlich ihres 100jährigen Jubiläums, stellte die DGzRS den 26-m-Kreuzer-Neubau ADOLPH BERMPOHL auf Helgoland in Dienst. Das Tochterboot erhielt den Namen VEGESACK nach der Wirkungsstätte Bermpohls zur Zeit seiner Initiativen für das Rettungswerk.

Geschichte

Am 23.02.1967 verunglückte die ADOLPH BERMPOHL während einer Einsatzfahrt schwer. Vier Rettungsmänner und drei gerettete holländische Fischer blieben auf See. Zur Besatzung gehörten: Paul Denker, Hans-Jürgen Kratschke, Otto Schülke und Günter Kuchenbecker. Nach ihnen wurden ein Seenotrettungsboot und drei Seenotkreuzer benannt. Nach umfangreichen Reparaturen wurde der Seenotkreuzer in Helgoland wieder in Dienst gestellt. Er erhielt einen überdachten, oberen Fahrstand. 1989 wurde der Seenotkreuzer bei der DGzRS außer Dienst gestellt und an den finnischen Seenotrettungsdienst verkauft. Dort wurde er unter dem Namen "Russarö" stationiert.

Technische Daten

Indienststellung: 1965
Außerdienststellung: 1989
Stationen: 1965 Helgoland, 1979 List
Länge: 26,66 m
Breite: 5,60 m
Tiefgang: 1,62 m
Leistung: 1 x 1350 PS, 2 x 525 PS = 2400 PS
Geschwindigkeit: 24 Knote

Tochterboot:
Länge: 8,50 m
Breite 2,45 m
Tiefgang 0,65 m
Leistung: 100 PS
Geschwindigkeit: 13 Knoten