Corvette "HMS Heather"

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg stellte die Royal Navy Überlegungen an, wie man im Falle eines Krieges die Handelsrouten vor Unterseebooten schützen könne. Eines der Ergebnisse war die Entwicklung eines kleinen Kriegsschiffes, das auf einem Walfänger-Entwurf basierte. Diese Schiffe waren billig und konnten auch von kleinen Werften ohne Erfahrung im Kriegsschiffbau hergestellt werden. Die Nachteile dieses Entwurfs waren die sehr niedrige Geschwindigkeit, die mit 16 Knoten ein bis zwei Knoten langsamer war als die eines deutschen U-Bootes bei Überwasserfahrt, sowie die schwache Bewaffnung, die veraltete Kolbendampfmaschine und die schlechten Seeeigenschaften (engl. "they would roll in wet grass")).

Die traditionsreiche Royal Navy wählte für diese neue Klasse den alten Namen Korvette. Die einzelnen Schiffe der ersten Bauserie wurden nach Blumenarten benannt, was zu Schiffsnamen wie HMS Petunia, HMS Pimpernell oder HMS Crocus führte. Diese Korvetten wurden als Flower-Klasse bekannt. Später folgten Bauserien, deren Schiffe z. B. nach Burgen benannt waren (Castle-Klasse). Eigentlich waren die Korvetten eher für die Sicherung von Geleitzügen in Küstennähe gedacht. Sie wurden aber bei jeder Jahreszeit und allen Wetterbedingungen im Nordatlantik eingesetzt. Die Lebensbedingungen der Besatzung waren extrem schlecht. Trotzdem bewährte sich die Korvette als U-Boot-Jäger, allerdings war sie nur in Gebieten brauchbar, in denen keine Gefahr von Luftangriffen bestand. Wurde eine Korvette versenkt, war dies meistens mit hohen Verlusten verbunden.

Einschließlich einiger Unterversionen wurden nahezu dreihundert Stück im Vereinigten Königreich, in Kanada und in Frankreich gebaut. Die in Frankreich gebauten Boote fielen den Deutschen in die Hände und fuhren als Geleitboote bei der Kriegsmarine, so dass die Korvette auf beiden Seiten kämpfte. Die Royal Navy gab viele Schiffe an Verbündete ab. Die Exilmarinen von Norwegen und Polen sowie die Royal Canadian Navy behielten die englischen Namen bei, das freie Frankreich gab den Schiffen den Namen derselben Pflanze in französischer Sprache. Auch die US Navy erhielt einige auf kanadischen Werften gebaute Flower-Korvetten und bezeichnete diese als Temptress-Klasse.

Nach dem Krieg wurden die Schiffe meist relativ schnell ausrangiert, denn sie waren nicht auf Haltbarkeit gebaut, durch den Krieg abgenutzt und außerdem veraltet. Es gibt heute nur noch eine einzige Korvette aus dem Zweiten Weltkrieg,
die kanadische HMCS Sackville, die nach dem Krieg als Forschungsschiff
benutzt worden war und so überlebte.

"HMS Heather"



Ihre Majestät Schiff "Heather" (Heidekraut) wurde am 19.11.1939 durch die Rayal Navy
geordert und am 22.05.1940 auf der berühmten Werft Harland & Wolff Ltd. in Belfast
auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 17.10.1940 und am 01.11.1940 wurde das Schiff der Royal Navy übergeben.

Erster Kommandant wurde Sir James Geoffrey Clemons Gibson,
der das Schiff bis zum April 1942 führte.
Commander Gibson wurde am 01.07.1941 zum
"Officer of the Order of the British Empire" (OBE) ernannt.
Er gab das Kommando an Lt. William Leslie Turner ab,
der die Korvette bis zum 03.03.1945 führte.
Letzter Kommandant von HMS Heather war bis zu Ihrer Verschrottung
am 22.05.1947 Lt. Ernest Maitland Quarrie.

Cdr. James Geoffrey Clemons Gibson, OBE, RN

HMS Heather war der Escort Group B2 (Heimathafen Liverpool)
unter dem Kommando von Commander D.G. MacIntyre DSO, zusammen
mit den Corvetten HMS Clematis, HMS Gentian und HMS Sweetbriar
sowie den Zerstörern HMS Vanessa, HMS Whithall zugeteilt.